ASA NISI MASA
Lesung von Christian Mahlow
25. + 26. Okt 2010 | 20 Uhr | Werkstattbühne im Lofft
06. Dezember | 16 Uhr mit Nachgespräch
07. Dezember | 19:30 Uhr
Eine Heilslehre vom Nichtkönnen können.
Über das Scheitern eines Stückes, das nie stattgefunden hat. Ein Bericht.
Gesellschaft verlangt Qualifikationen.Nur wer etwas kann, kann mitspielen. Was aber, wenn wir etwas nicht können, wenn wir scheitern? Muss dieser Vorgang immer mit Strafe und Rückschritt verbunden sein? Keinesfalls! Nur wenn wir etwas nicht können, sind wir angehalten uns zu verändern. Und Veränderung bedeutet nicht nur Leben sondern auch Fortschritt! Wenn dem so ist, können wir dann neben dem Können auch das Nichtkönnen lernen? ASA NISI MASA unternimmt den Versuch diese Frage zu klären und eine Heilslehre zum Nichtkönnen können zu entwickeln. "Ich wollte Fehler machen." Mit diesem Satz habe ich kokettiert. Der klingt so toll und so ehrlich. Aber wenn alles einstürzt, weil du wirklich Fehler machst, dann wird dieser Satz zu einer echten Bedrohung. Dann ist das Kokette daran schnell vorbei, weil alles unsicher geworden ist, bzw. deine Fehler so groß sind, dass du darüber nachdenken musst, ob du die Arbeit an deinem Projekt besser einstellst, weil du vielleicht versagt hast. Das fühlt sich nicht gut an. Man muss diesen Satz, ich will Fehler machen, plötzlich ernst nehmen, und wirklich darüber nachdenken, was er jetzt für mich in meiner Situation bedeutet. Was bedeutet es für mich Fehler zu machen oder zu scheitern?
MIT Mareike Wenzel, Stefanie Mühlhan & Christian Mahlow MUSIK Lisa Grebe & Marie Petzold VON Christian Mahlow DRAMTURGISCHE BEGLEITUNG Marianne Seidler REGIEHOSPITANZ Lena Franke WERKSTATTMACHERIN Sarah Peglow
Eine Produktion von Christian Mahlow in Zusammenarbeit mit Werkstattmacher e.V. und LOFFT Leipzig. Das Projekt entstand im Zusammenhang mit Arbeiten von Fiona Ebner und Malin Nagel, sowie dem Festival "Du hast keine Chance, also nutze sie!" im Dezember 2010. Gefördert durch Stadt Leipzig, Kulturamt Leipzig.
Pressezitate
„Asa Nisi Masa":Skype trifft auf Theater
Ein kleiner schwarzer Raum, ein Tisch mit ein paar Requisiten und eine Leinwand, auf die eine Skype-Unterhaltung projeziert wird. Das ist alles, was man zu Beginn des Werkstatt-Stücks „Asa Nisi Masa" im Lofft sieht. Irritiert den Inhalt des Skype-Chats lesend und die beiden Menschen hinter ihren Webcams beobachtend, fragt sich das Publikum, ob das Stück schon begonnen hat, oder ob es so die nächste Stunde weitergeht. Aber es sollte doch eine Lesung sein, ein Bericht, oder doch ein Schauspiel? Natürlich kommt da noch mehr: Das Licht geht an und Mareike Wenzel beginnt mit dem Monolog über die Entstehung und das Scheitern eines nie stattgefundenen Stückes. Das sieht zunächst wirklich nach einer Lesung aus, jedoch wird diese durch Standortwechsel und Änderung der Vortragsart, wie das zwischenzeitliche Trinken aus einer Wodka-Flasche, dramaturgisch verziert und durch das Auftreten des Regisseurs Christian Mahlow, den man sonst nur im Chat-Fenster auf der Leinwand sieht, ergänzt. Auch seine Chat-Partnerin Stefanie Mühlhan kommt trotz ihrer Abwesenheit mit Hilfe ihrer Webcam zu Wort und redet mit dem Publikum über Skype und die Leinwand. Aus all dem setzt sich die „Heilslehre vom Nichtkönnen können" zusammen, angelehnt an „Achteinhalb" von Federico Fellini, in dem ein Regisseur von seinem gescheiterten, nie stattgefundenen Film berichtet. Aus diesem Streifen stammt zumindest das Zitat „Asa Nisi Masa". Als unerwartetes musikalisches Element singt Lisa Grebe zum Ausklang ein zur Stimmung passendes Lied, das durch Marie Petzold am Cello originell begleitet wird. Die unterhaltsame Mischung aus der vorhergesagten Lesung, einem Bericht und ein bisschen Schauspiel macht die Produktion einzigartig. „Und weil ihr jetzt kein Stück bekommen habt, geben wir euch wenigstens das Buch" - somit endet der philosophische Gedankengang über die Entstehung eines Stückes, das eigentlich
gar keins ist.
